Vom 28.06.-30.08.2019 öffnet der Turm freitags bis zum Sonnenuntergang!! Wir freuen uns auf viele Besucher.

Der Turm

Die Geschichte

Der Lüneburger Wasserturm entstand zwischen 1905 und 1907 im Südosten der Lüneburger Altstadt. Der ehemalige Wasserturm dient heute als Aussichtsturm. Das Bauwerk steht heute zwischen einem Wohnkomplex auf dem Geländer der ehemaligen Nordlandhalle und dem als Oberschule dienenden alten Johanneum.

1985 wurde der Turm stillgelegt und die Technik verschrottet, einzig der 500.000 Liter fassende Wasserbehälter blieb erhalten. Abrisspläne scheiterten an den Kosten. Kurz darauf wurde der Wasserturm unter Denkmalschutz gestellt, bleib aber ungenutzt und verfiel.

1906/07 erbaute der Architekt Franz Krüger den Wasserturm auf Resten der mittelalterlichen Wallanlagen. Der Turm beherbergte ein vollständiges Wasserwerk. Seine neogotische Fassade orientiert sich an der Formensprache der Lüneburger Architektur.

Inspiriert vom Motto der EXPO 2000 „Mensch-Natur-Technik“ in Hannover und dem assoziierten Projekt „Welche Schule braucht die Zukunft unserer Welt?“ entstanden im Februar 1997 erste Ideen zum Projekt Wasserturm in der Hauptschule Stadtmitte (heute: Oberschule am Wasserturm).

Im Mai 1998 wurde der Trägerverein Wasserturm Lüneburg e. V. aus der Hauptschule heraus gegründet und durch Fachleute verstärkt. Man erwarb den Wasserturm und begann die Sanierung.

Im Juni 2000 wurde der Wasserturm mit einem großen Fest der Öffentlichkeit übergeben.

Mehr zur Idee erfahren

Quelle: lustauflueneburg.de/franz-krüger

Der Architekt Franz Krüger in Lüneburg

Der Architekt und vormalige Baumester Franz Krüger kam schon 1899 nach Lüneburg. Er errichtete eine Vielzahl öffentlicher Gebäude in der Stadt, von denen jedoch nicht alle bis heute erhalten geblieben sind: den damaligen Heidebahnhof, das alte (abgerissene) Kurhaus, das Logenhaus, zwei Flügel des Museums für das Herzogtum Lüneburg, das Priorinnenhaus des Klosters Lüne, das damalige Regierungsgebäude und die Schule im Grimm.

Am 3.Oktober 1905 wurde Krüger mit der Leitung des Turmbaus der städtischen Wasserwerke beauftragt. Sein Honorar entsprach 1,8 Prozent der veranschlagten Bausumme, das waren 1.800 Mark. Möglicherweise wird einer der zukünftigen "Tage des offenen Denkmals" in Lüneburg dem Architekten gewidmet.

Mit dem Wasserturm prägte ein weiterer Turm die Silhouette der Stadt.
Doch Franz Krüger war darauf bedacht, keinen Wettbewerb mit den drei Kirchtürmen, insbesondere zu St. Johannis, entstehen zu lassen:

„Die Nähe des alten mächtigen Johannisturms mit seinem spitzen Helm zwang zu einer flachen Abdeckung des Wasserturms, um die Gegensätze der Bestimmung schon äußerlich auffallend sichtbar zu machen.“

Franz Krüger

Andererseits nahm Krüger direkten Bezug, indem er Ornamente, die hell geputzten Flächen des Johannisturms aus den Giebelflächen unter der Turmhaube zitierte. Zwischen dem Profanbau des Wasserturms neben dem weitaus älteren Turm der St. Johanniskirche wollte der Architekt keine Konkurrenz erzeugen.

Der Standort des Wasserturms

Der Wasserturm befindet sich an einem stadtgeschichtlich interessanten Ort, den man als aufmerksamer Betrachter heute noch nachvollziehen kann. Geht man die Wallstraße, die die ehemalige mittelalterliche Stadtbefestigung Lüneburgs nachzeichnet, entlang und peilt den Wasserturm an, so erkennt man, dass der Turm auf dem Grund des ehemaligen Roten Walls steht.
Reste davon sind heute noch am Fuß des Wasserturms zu sehen. Auf dem zu Beginn des Jahrhunderts noch vorhandenen Wall flanierten die Lüneburger des Sonntags. Der Wall war damals noch so hoch, dass Besucher direkt auf die Ebene 2 des Turmes und über eine Treppe auf die, von den vier Türmen gekrönte, Aussichtsgalerie des Turmes gelangen konnten.

Viel Spielraum blieb bei der Auswahl des Standortes des kurz nach der Jahrhundertwende "neuen" Wasserturms nicht, denn die Pumpen der nahegelegenen Ratsmühle sollten den Turm mit Rohwasser versorgen. Es herrschte Enge im dicht bebauten mittelalterlichen Stadtkern. Sie wurde erst durch das Schleifen der alten Befestigungsanlagen im späten 19. Jahrhundert behoben. Die neu geschaffenen Flächen wurden u.a. mit dem Wasserturm und dem Gebäude des ehemaligen Johanneum heute Oberschule am Wasserturm bebaut.

Literatur zur Wasserturmgeschichte und -technik

Jutta Kaufhold / Michael Posern:
Der Wasserturm in Lüneburg, Studienarbeit im Fachgebiet Architektur an der Fachhochschule Hamburg, 1986. (liegt als Kopiervorlage vor.)

Franz Krüger:
Der Wasserturm in Lüneburg, in: Zeitschrift für Architektur- und Ingenieurwesen, Jahrgang 54, 1908. (einsehbar in der Ratsbücherei Lüneburg)

Gerhard Merkl / Albert Baur / Bernd Gockel / Walter Mevius:
HISTORISCHE WASSERTÜRME. Beiträge zur Technikgeschichte von Wasserspeicherung und Wasserversorgung, München und Wien 1985. (entleihbar in der Ratsbücherei Lüneburg)

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Wir versuchen, ein abwechslungsreiches Programm für Sie zusammen zu stellen. Bitte sagen Sie uns Ihre Meinung, was wir besser machen können. Wir freuen uns über jede Anregung und auch Kritik.

Am Wasserturm 1, 21335 Lüneburg
Täglich geöffnet von 10.00 bis 18.00 Uhr
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